Die EVN positioniert sich für die Energiezukunft

An den Börsen stand der Blue Chip aus Österreich über Jahrzehnte vor allem für ein stabiles und in hohem Ausmaß reguliertes Geschäftsmodell mit moderatem Wachstum entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Über eine aktive Rolle bei der Transformation des Energiesystems will der Konzern gezielt die sich bietenden Wachstumsmöglichkeiten nutzen. Gleichzeitig sollen die Investitionen in die erneuerbare Energiegewinnung, Speichertechnologien, Stromnetze und E-Ladeinfrastruktur die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Mit einer Marktkapitalisierung von etwas mehr als fünf Milliarden Euro bewegt sich die Aktie des Energiekonzerns EVN im Mittelfeld des Wiener Leitindex ATX, der 20 österreichische Blue Chips abbildet. Fast doppelt so hoch ist der Börsenwert der Verbund AG. Österreichs größter Elektrizitätsversorger deckt über 40 Prozent des Strombedarfs in der Alpenrepublik ab und ist zugleich einer der europaweit größten Stromproduzenten aus Wasserkraft.

Gegenüber dem heimischen Wettbewerber fährt die EVN eine zweigleisige Strategie. Einerseits hält sie 12,6 Prozent der Aktienanteile und ist damit größter Einzelaktionär. Damit profitiert sie indirekt vom Wachstum des Versorgers, wenn die Strompreise steigen. Andererseits soll sich die eigene Equity Story in vielerlei Hinsicht differenzieren. Gegenüber den Finanzmärkten positioniert sich die EVN verstärkt als integrierter Versorger, der die gesamte Wertschöpfungskette im Energiegeschäft abdeckt. Wir investieren vorrangig in organisches Wachstum im Bereich der Netzinfrastruktur und in der erneuerbaren Erzeugung. Gleichzeitig verstärken wir unsere Schwerpunkte in Richtung Speichertechnologien, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, erläutert Finanzvorständin Alexandra Wittmann die Strategie.

In der Praxis bedeutet das: Stabile Erträge aus regulierten Märkten bilden die Basis des operativen Geschäfts. Rund 80 Prozent des EBITDA stammen aus solchen Geschäftsfeldern mit gut kalkulierbaren Einnahmen. Die EVN expandiert in Stromverteilnetze, erneuerbare Energien, E-Ladeinfrastruktur, Flexibilitätsmanagement mittels Batteriespeicher und die Digitalisierung im Kerngeschäft.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das 2025 aktualisierte Strategieprogramm 2030. Eine Milliarde Euro jährlich will die EVN bis zum Ende der Dekade in Zukunftsmärkte investieren. Jeweils zehn Prozent davon gehen in erneuerbare Energien, E-Mobilität und Biomasse-Heizungen. Diese Fokussierung ist kein Selbstzweck, sondern Teil einer langfristigen Infrastrukturstrategie für den Heimatmarkt Niederösterreich wie auch für ausgewählte Märkte in Südosteuropa. Vorstandsvorsitzender Stefan Szyszkowitz sieht in der optimalen Positionierung der EVN entlang der gesamten Wertschöpfungskette den zentralen strategischen Baustein zur Umsetzung einer erneuerbaren und effizienten Energiezukunft.

Für die IR-Arbeit der EVN bedeutet das, die Equity Story verstärkt als attraktives Infrastruktur- und Energieinvestment zu positionieren. Das bedeutet, dass neben Nachhaltigkeitsaspekten auch langfristige Wachstumstreiber wie Elektrifizierung, Digitalisierung und steigendem Energiebedarf betont werden. Punkten will das Unternehmen unter anderem mit seinem integrierten Geschäftsmodell, das defensive Qualitäten und Wachstumsmärkte miteinander verknüpft. Unter den Nachhaltigkeitskriterien hebt das Management hervor, dass 89 Prozent der Investitionskosten Geschäftsbereichen zuzuordnen sind, die der EU-Taxonomie entsprechen.

Als weitere Qualitätsmerkmale betont die EVN ihre solide Kapitalstruktur und ihre Dividendenpolitik. Das Bundesland Niederösterreich hält mit 51 Prozent die verfassungsrechtlich verankerte Mehrheit. Zweitgrößter Aktionär sind die Wiener Stadtwerke. Einschließlich der von der EVN gehaltenen eigenen Aktien liegt der Streubesitz bei 19,7 Prozent. Aktuell covern fünf Analysten die Aktie. Die Kursziele reichen von 29,50 bis 36,00 Euro. Die Dividendenpolitik sieht eine Mindestdividende von 0,90 Euro je Aktie vor. Bis zum Geschäftsjahr 2029/30 soll die Dividendenausschüttung auf mindestens 1,10 Euro je Aktie so angehoben werden, dass eine Ausschüttungsquote von rund 40 % erreicht wird.

In den letzten zwölf Monaten hat die Aktie fast 20 Prozent zugelegt, wobei die letzten sechs Monate von einer Seitwärtsbewegung gekennzeichnet waren. Neue Bewegung in den Titel könnten zwei Termine in naher Zukunft bringen. Am 27. August präsentiert das Unternehmen seine Neunmonatszahlen.

Noch wichtiger im Hinblick auf die künftige Wahrnehmung an den Märkten ist der Kapitalmarkttag, den die EVN am 1. Oktober in London abhalten wird. Das Management wird hier Einblicke in aktuelle Entwicklungen des Energiemarktes, die digitale Transformation, Trends im Bereich der digitalen Infrastruktur sowie die strategische Positionierung der EVN geben und über die mittel- bis langfristigen finanziellen Ziele informieren. Für Hochspannung ist bei diesem Event also gesorgt.

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EVN
ISIN: AT0000741053
WKN: 878279
www.evn.at

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