Tradwife-Familienbilder in sozialen Medien

Tradwives inszenieren in sozialen Medien ein harmonisches Familienleben zwischen Kindererziehung, Hausarbeit und traditionellen Rollenbildern. Das Buch „Konservative Familienbilder und ihre Inszenierung in sozialen Medien. #tradwives, #stayathomegirlfriends, #biblicalwomen“ von Annabelle Schwager, erschienen im GRIN-Imprint Academic Plus im Juli 2026, untersucht die gesellschaftliche und politische Bedeutung dieser Inhalte.

Unter Hashtags wie #tradwife präsentieren Influencerinnen Kochen, Kinderbetreuung und Haushaltsführung als erfüllenden Lebensentwurf. Hinter den ästhetischen Bildern stehen jedoch unterschiedliche Vorstellungen von Familie, Geschlechterrollen und gesellschaftlicher Ordnung. In „Konservative Familienbilder und ihre Inszenierung in sozialen Medien“ analysiert Annabelle Schwager, welche Familienbilder reichweitenstarke Tradwife-Influencerinnen vermitteln und mit welchen visuellen, narrativen und medienspezifischen Mitteln sie ihre Lebensweise inszenieren.

Zwischen Lifestyle, Familie und politischer Botschaft

Die Autorin untersucht Beiträge von fünf deutsch- und englischsprachigen Influencerinnen auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Familienform, Arbeitsteilung, Erziehung, Religion, Ernährung und das Verhältnis von Familie, Staat und Gesellschaft. Die Analyse zeigt sowohl deutliche Unterschiede als auch wiederkehrende Motive: die idealisierte Kernfamilie, ein naturverbundener Lebensstil sowie die ästhetische Aufwertung von Haus- und Care-Arbeit. Zugleich macht die Publikation sichtbar, wie scheinbar unpolitische Lifestyle-Inhalte an konservative bis rechtsextreme Diskurse anschließen können.

Die Publikation richtet sich an Hochschulleitungen, Lehrende, Verantwortliche für digitale Lehre, Studierende sowie Fachleute aus Pädagogik, Psychologie und Bildungsmanagement. Sie liefert wissenschaftlich fundierte Impulse für störungsärmere Lernumgebungen, eine bewusstere Mediennutzung und präventive Strategien gegen Technostress. Auch die zunehmende Nutzung Künstlicher Intelligenz wird einbezogen. Das Buch macht deutlich, warum Hochschulen digitale Lernangebote nicht nur technisch, sondern auch mit Blick auf Aufmerksamkeit, Selbstregulation und kognitive Belastung gestalten sollten.

Das Buch richtet sich an Studierende und Forschende der Medien-, Kultur-, Literatur-, Sozial- und Genderwissenschaften sowie an Fachkräfte aus politischer Bildung, Journalismus und Medienpädagogik. Es bietet eine fundierte Einordnung der Tradwife-Community und sensibilisiert dafür, Familieninszenierungen in sozialen Medien nicht ausschließlich als harmlose Alltagseinblicke zu betrachten. „Konservative Familienbilder und ihre Inszenierung in sozialen Medien“ leistet damit einen aktuellen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Influencer-Kultur, Geschlechterrollen und der Normalisierung politischer Denkmuster im digitalen Raum.

Das Buch ist im Juli 2026 im GRIN-Imprint Academic Plus erschienen (ISBN 978-3-389-19755-4).

Direktlink zur Veröffentlichung: https://www.grin.com/document/1741424

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