Steife Glieder, Muskelkrämpfe, schmerzende Gelenke: Oft wird an Rheuma oder Verschleiß gedacht. Internistin Dr. med. Dorothea Leinung erklärt, warum auch die Schilddrüse dahinterstecken kann.
Internistin Dr. med. Dorothea Leinung erklärt, warum Schmerzen bei Schilddrüsenunterfunktion oft falsch gedeutet werden
Bad Nauheim, 5.11.2026. Morgens fühlen sich die Glieder steif an, nachts kommen Wadenkrämpfe hinzu, die Treppe fällt schwerer als früher: Muskel- und Gelenkbeschwerden sind weit verbreitet. Meist werden sie auf Verschleiß, zu wenig Bewegung oder Rheuma zurückgeführt. Dass auch eine Schilddrüsenunterfunktion solche Beschwerden verursachen kann, wissen viele nicht. Einer ihrer häufigsten Ursachen ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift.
„Ich sehe immer wieder Patientinnen, die schon beim Orthopäden oder Rheumatologen waren, bevor jemand die Schilddrüse untersucht hat“, sagt Dr. med. Dorothea Leinung, Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. „Dabei lässt sich eine Unterfunktion mit einer einfachen Blutuntersuchung erkennen.“
Schilddrüsenhormone steuern den Energiestoffwechsel der Muskulatur. Fehlen sie, können Muskelschmerzen, Krämpfe, Steifheit und Schwäche auftreten. Auch Gelenke können schmerzen oder sich steif anfühlen. Ein weiteres typisches Zeichen ist das Karpaltunnelsyndrom: Durch Einlagerungen im Gewebe wird ein Nerv am Handgelenk eingeengt, was zu Kribbeln und Taubheit in den Fingern führt, oft nachts.
Wichtig für alle, die Cholesterinsenker einnehmen: Eine unbehandelte Unterfunktion erhöht das Risiko für Muskelbeschwerden unter sogenannten Statinen. Gleichzeitig kann eine Unterfunktion selbst die Cholesterinwerte erhöhen. „Bevor ein Cholesterinsenker verordnet wird, sollte deshalb idealerweise die Schilddrüse geprüft werden“, rät Dr. Leinung.
Zugleich warnt sie davor, nun jede Beschwerde der Schilddrüse zuzuschreiben. Menschen mit Hashimoto haben ein erhöhtes Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen, darunter auch entzündliches Rheuma. Beides kann also gleichzeitig vorliegen.
Dr. Leinungs Empfehlungen:
– Schilddrüse untersuchen lassen: Bei unklaren Muskel- oder Gelenkbeschwerden gehören die Schilddrüsenwerte zur Basisdiagnostik.
– Warnzeichen ernst nehmen: Geschwollene, gerötete oder überwärmte Gelenke und lange Morgensteifigkeit sollten rheumatologisch abgeklärt werden.
– Cholesterinsenker ansprechen: Wer Statine einnimmt und Muskelschmerzen bemerkt, sollte das ärztlich besprechen und die Schilddrüse mitprüfen lassen.
– Geduld nach Therapiebeginn: Muskel- und Gelenkbeschwerden bessern sich oft erst nach einigen Wochen bis Monaten guter Einstellung.
– Sanft in Bewegung bleiben: Schwimmen, Radfahren oder Spaziergänge halten Muskeln und Gelenke geschmeidig, ohne sie zu überlasten.
Wie Betroffene ihren Körper bei Schilddrüsenunterfunktion im Alltag unterstützen können, erklärt Dr. Leinung in ihrem Ratgeber „Neustart für die Schilddrüse“ (Riva Verlag). Mit ihrem Online-Programm HashiMotion® begleitet sie Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion dabei, diese Empfehlungen umzusetzen. Mehr unter www.dorothealeinung.com.
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Dr. Leinung Coaching
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Dr. Leinung Coaching ist ein spezialisiertes Gesundheitscoaching-Unternehmen, gegründet von Dr. med. Dorothea Leinung, Fachärztin für Innere Medizin mit über 20 Jahren ärztlicher Erfahrung. Das Unternehmen begleitet Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto-Thyreoiditis dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen und im Alltag selbst aktiv zu werden.
Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung, Nährstoffversorgung, Stressregulation und seelisches Wohlbefinden gemeinsam betrachtet. Das Angebot umfasst das Online-Programm HashiMotion® sowie individuelle Begleitung. Es versteht sich als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung und soll Betroffenen Orientierung, klare Strategien und mehr Selbstwirksamkeit im Umgang mit ihren Beschwerden geben.
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