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Wasser ist in Australien ein knapper Produktionsfaktor. Trockenperioden, Bevölkerungswachstum und steigende Anforderungen an Aufbereitung und Wiederverwendung sorgen für Investitionsbedarf. Entsprechend groß ist der Markt für Wassertechnik. Nach Angaben des Australia Country Commercial Guide der International Trade Administration (ITA), einer Behörde des US-Handelsministeriums, erreichte allein das Geschäft mit Anlagen und Ausrüstung zur Wasser- und Abwasserbehandlung 2023 ein geschätztes Volumen von rund 1,48 Mrd. US-Dollar. Für Wasser- und Abwasseraufbereitungsdienstleistungen werden in Australien jährlich schätzungsweise 6 Mrd. US-Dollar ausgegeben.
Die von Handels- und Branchenexperten erstellten Länderberichte der ITA analysieren unter anderem Marktgröße, Branchenstruktur und Investitionsmöglichkeiten in internationalen Märkten. Bemerkenswert ist dabei die kleinteilige Anbieterstruktur. Zwar gibt es einige große australische Wassertechnikanbieter, im industriellen Wassermarkt sind große heimische Anbieter nach Einschätzung der ITA jedoch vergleichsweise selten. Die Mehrzahl der Unternehmen beschäftigt weniger als 20 Mitarbeiter. Kleinere Anbieter haben sich häufig auf bestimmte Anwendungen und Kundengruppen spezialisiert, etwa auf den Bergbau, abgelegene Standorte sowie die Lebensmittel-, Chemie- und Prozessindustrie.
Fragmentierung begünstigt Übernahmen
Diese Struktur schafft Raum für Konsolidierung. Für größere Anbieter können Übernahmen ein schneller Weg sein, zusätzliche Technologien, Kunden oder regionale Vertriebsstrukturen zu erwerben. Mehrere Transaktionen der vergangenen Jahre zeigen diese Entwicklung. So kaufte Waterco 2023 den Wassertechnikanbieter Davey Water Products für 64,9 Mio. AUD. Im selben Jahr übernahm Atlas Copco den auf Entwässerung und Wasseraufbereitung spezialisierten australischen Anbieter National Pump & Energy. NPE beschäftigte damals rund 420 Mitarbeiter und erzielte 2022 rund 205 Mio. AUD Umsatz.
Die Entwicklung setzt sich fort. Veolia kündigte 2026 die Übernahme des australischen Umwelt- und Wasseraufbereitungsspezialisten Enviropacific an. Der Unternehmenswert wurde mit rund 220 Mio. AUD beziffert. Enviropacific ist unter anderem in der Wasseraufbereitung und PFAS-Behandlung tätig. Bereits bei der Übernahme von Waterlogic durch Culligan und dem Zusammenschluss von Veolia und Suez hatte sich zuvor die australische Wettbewerbsbehörde ACCC mit den Auswirkungen der Transaktionen auf einzelne Bereiche des Wassermarktes beschäftigt.
Von einem bereits hoch konzentrierten australischen Wassertechnikmarkt kann dennoch keine Rede sein. Vielmehr treffen eine große Zahl kleiner Spezialanbieter und ein wachsender Bedarf an technischen Lösungen auf Unternehmen, die ihre Marktposition über Zukäufe ausbauen. Besonders interessant sind dabei industrielle und dezentrale Anwendungen. Denn neben Anlagen und Filtrationstechnik werden dort Chemikalien, Membranen, Ersatzteile, Wartung und Service benötigt. Bestehende Kundenbeziehungen können deshalb über Jahre wiederkehrende Erlöse generieren.
De.mem baut über Zukäufe aus
In dieses Umfeld lässt sich auch das australische, international tätige Wasser- und Abwasseraufbereitungsunternehmen De.mem einordnen. Der Anbieter dezentraler Aufbereitungssysteme verfolgt seit 2019 eine Buy-and-Build-Strategie im kleineren Marktsegment. Bis Ende 2024 übernahm und integrierte De.mem sechs spezialisierte Unternehmen, darunter Pumptech Tasmania, Geutec, Capic und Stevco sowie zuletzt Border Pumpworks und Auswater Systems. Mit den Zukäufen erweiterte das Unternehmen sein Angebot unter anderem um Prozesschemikalien, Pumpentechnik und Service und erschloss zugleich neue Kunden und Regionen.
Core Chemicals erweitert das Bergbaugeschäft
Jüngster Zukauf ist Core Chemicals. Der in Perth ansässige Spezialchemieanbieter wurde 2025 übernommen und hatte zuvor rund 4 Mio. AUD Jahresumsatz sowie etwa 730.000 AUD Vorsteuergewinn erzielt. Das 2022 gegründete Unternehmen beliefert vor allem Goldminen in Westaustralien und wurde bereits wenige Wochen nach der Übernahme in den bestehenden De.mem-Standort in Canning Vale integriert. Neben Kostensynergien setzt De.mem vor allem auf Cross-Selling: Core-Chemicals-Produkte können bestehenden Bergbaukunden von De.mem angeboten werden, während die bisherigen Core-Kunden Zugang zu Wasseraufbereitung, Service und weiteren Produkten der Gruppe erhalten. Über bestehende Kundenbeziehungen in Queensland, Tasmanien und Papua-Neuguinea soll das bislang auf Westaustralien konzentrierte Geschäft zudem geografisch ausgeweitet werden.
Core Chemicals setzt damit eine Akquisitionsstrategie fort, die bei früheren Zukäufen bereits deutliche Wachstumseffekte gezeigt hat. Nach Angaben von De.mem lagen die Umsätze der sechs zwischen 2019 und 2024 übernommenen Unternehmen nach ihrer Integration im Durchschnitt rund 70 Prozent über dem Niveau vor der jeweiligen Akquisition. Ein Beispiel ist Capic: Der 2021 erworbene Spezialchemieanbieter aus Westaustralien erzielte vor der Übernahme rund 3,3 Mio. AUD Jahresumsatz, im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits 5,3 Mio. AUD. Konzernweit erhöhten sich die jährlichen Zahlungseingänge seit 2019 im Durchschnitt um rund 24 Prozent. Neben organischem Wachstum trugen dazu auch die Akquisitionen bei. Mit Core Chemicals hat De.mem inzwischen den siebten Zukauf seit 2019 vollzogen.
Der australische Markt für industrielle und dezentrale Wasseraufbereitung ist nach wie vor stark fragmentiert. Für uns eröffnet das die Möglichkeit, etablierte Spezialanbieter mit langjährig etablierten Kundenbeziehungen in unsere Plattform zu integrieren und anschließend gemeinsam weiterzuentwickeln. Unsere bisherigen Akquisitionen zeigen, dass dabei nicht nur Umsatz hinzugekauft wird: Durch Cross-Selling, die Vermarktung unserer neuen Technologien und die Ausweitung auf weitere Regionen konnten wir die übernommenen Geschäfte nach der Integration deutlich ausbauen. Diesen Weg wollen wir konsequent fortsetzen, sagt De.mem-Chef Andreas Kröll.
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De.mem
ISIN: AU000000DEM4
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