Medienkompetenz stärker im Schulunterricht verankern

Im Rahmen der Medienkompetenz spielt neben dem aktiven Umgang mit den Medien-Inhalten auch gesundheitliche Aspekte einer intensiven Nutzung sowie das Suchtpotenzial eine wichtige Rolle.

BildDie Nutzung von Sozialen Medien hat inzwischen einen hohen Stellenwert insbesondere im Alltag von Kindern und Jugendlichen erreicht. Das Internet als oftmals einzige Informationsquelle und die künstliche Intelligenz (KI) als Wissensbasis werden zunehmend unkritisch verwendet. Der Berufsverband der Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) plädiert daher dafür, der Vermittlung von Medienkompetenz eine höhere Bedeutung in den Lehrplänen einzuräumen.

Im Gespräch mit dem Philologenverband Nordrhein-Westfalen (PhV NRW) betonte IfKom-Bundesvorsitzender Dr. Heinz Leymann: „Schülerinnen und Schüler müssen lernen, Social Media kompetent, kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen“. Die Landesvorsitzende des PhV NRW ergänzt: „Die Vermittlung von Medienkompetenz ist eine wichtige schulische Aufgabe, wir dürfen sie aber nicht auf die bloße Nutzung digitaler Geräte reduzieren. Für uns ist die Verbindung von Fachlichkeit, kritischem Denken und reflektierter Mediennutzung essenziell.“

Zur Medienkompetenz gehören aus der Sicht der IfKom unter anderem der Umgang mit Fake-Accounts, das Erkennen von digitalen und medialen Falschinformationen, der Schutz der eigenen Daten sowie Strategien gegen Hasskommentare und digitale Überforderung. Auch rechtliche Aspekte sollten den Schülerinnen und Schülern bewusst gemacht werden, wenn es beispielsweise um die Veröffentlichung von Fotos oder um heimliche Aufnahmen geht.

Zudem müssen Lehrkräfte gezielt fortgebildet werden, damit sie Jugendliche in einer digitalen Lebenswelt kompetent begleiten können. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen nutzen beispielsweise KI-Systeme mittlerweile ganz selbstverständlich für ihre Unterrichtsvorbereitung. Dennoch gibt es an vielen Stellen offene Fragen zum Thema Rechtssicherheit, Datenschutz oder Leistungsbewertung“, sagt Sabine Mistler. In diesem Kontext ist insbesondere die Kultusministerkonferenz gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen festzulegen und die notwendigen Ressourcen bereitzustellen.

IfKom-Bundesvorstandsmitglied Andreas Hofert unterstreicht die Vielfalt des Themas Medienkompetenz: „Neben dem aktiven Umgang mit den Medien-Inhalten spielen auch gesundheitliche Aspekte einer intensiven Nutzung sowie das Suchtpotenzial eine wichtige Rolle.“ Einer Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge klagt die Hälfte der 17% Vielnutzer mit mehr als vier Stunden pro Tag über körperliche Beschwerden und Unzufriedenheit. Zudem wünschen sich 70% der befragten 12- bis 17-jährigen von den Plattformen, Gewalt, Beleidigungen und Hass von sich aus zu unterbinden.

Aus Sicht der IfKom wäre angesichts des Themenumfangs und der Bedeutung sogar ein eigenes Schulfach Medienkompetenz einzurichten. Denn der reflektierte Umgang mit diesen Medien muss in ähnlicher Weise erlernt werden wie die als Kulturtechnik bezeichneten Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen.

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