Spitze des Eisbergs: Alte Minen als Blaupause für Skandinaviens Rohstoffsouveränität

Der skandinavische Rohstoffsektor richtet seinen Blick auf historische Minen und Explorationsgebiete – und findet dort immer häufiger große Vorkommen an kritischen Metallen. Mehrere Minen gehen in den kommenden Jahren in Betrieb, großskalige Explorationsprojekte füllen die Pipeline.

Der Kupfer- und Silber-Explorer Arctic Minerals (ISIN: SE0024172779, WKN: A411LJ) meldete am 22. September den Abschluss des ersten eigenen Bohrprogramms auf dem Projekt Hennes Bay im südschwedischen Dalsland. Zwischen den gebohrten Löchern und historischen Bohrungen auf dem Projekt liegen bis zu 600 Meter – und rund 40 Jahre.

Das Programm umfasste zwölf Diamantbohrlöcher über 4.187 Meter, sämtlich außerhalb der bestehenden Mineralressource. In zehn Löchern dokumentierte das Unternehmen Mineralisierung mit sichtbarem Kupfer in Form von Bornit, Kupferglans und/oder Kupferkies. Für acht dieser Löcher liegen mittlerweile Laboranalysen vor. Die Ergebnisse der beiden verbleibenden werden innerhalb eines Monats erwartet. Das Ziel des Bohrprogramms: Die Aufwertung der definierten Mineralisierung in die Kategorie der abgeleiteten Ressourcen sowie die Erhöhung der aktuellen Mineralressourcenschätzung (MRE) durch Erweiterungsbohrungen im Dingelvik-Prospektionsgebiet.

Ende September meldete Arctic Minerals die bislang stärksten Bohrabschnitte des Projekts. Bei Henneviken wurden über 64,4 Meter durchschnittlich 1,3 % Kupferäquivalent mit 1,08 % Kupfer und 27 Gramm Silber pro Tonne erbohrt. Darin enthalten sind 1,7 Meter mit 3,18 % Kupferäquivalent. Der lange Abschnitt verläuft allerdings in einem flachen Winkel zur mineralisierten Schicht; die wahre Mächtigkeit ist noch unbekannt. Weitere Treffer lieferten 7,95 Meter mit 1,55 % Kupferäquivalent bei Henneviken und 2,8 Meter mit 1,66 % bei Asslebyn.

Arctic Minerals sieht bei Hennes Bay großskaliges Potenzial

Drei der Bohrungen mit sichtbarer Kupfermineralisierung wurden bei Dingelvik mit bis zu 500 Meter weiten Erweiterungsbohrungen östlich und südlich der bestehenden MRE niedergebracht. Ausschließlich auf Dingelvik bezieht sich die aktuelle MRE mit insgesamt 55,4 Mio. t mit 1,0 % Kupferäquivalent (0,8 % Kupfer und 20,8 Gramm Silber pro Tonne) und insgesamt 543.000 t Kupferäquivalent an Metall.

Sieben der Bohrungen mit sichtbarer Kupfermineralisierung wurden in den Explorationsgebieten Åsnebo, Baldersnäs, Henneviken und Asslebyn niedergebracht, um ausreichend Informationen für die Aufnahme dieser bereits mit knapp 2.400 Metern erbohrten Explorationsgebiete in die MRE zu gewinnen. Die inzwischen vorliegenden Laboranalysen bestätigen dem Unternehmen zufolge die Fortsetzung der Mineralisierung in allen angebohrten Gebieten. CEO Peter George sieht neben den neuen Kupfer- und Silbergehalten und den historischen Bohrungen auch in einer über lange Strecken ausstreichenden Mineralisierung und geophysikalischen Anomalien aus der MMT-Untersuchung 2025 Hinweise auf das großskalige Potenzial des Projekts.

Explorationsfortschritte wie jener bei Hennes Bay werden mittlerweile durch verschiedene Industriesektoren und weite Teile Europas registriert und verfolgt. Europa verfügt bekanntlich über zu wenig Kupfer – und genau dieses begehrte Industriemetall weisen die Geologen unter der Oberfläche des Projekts nach. Der Rückgriff auf historische Abbau- und Explorationsgebiete erweist sich bei der Suche nach kritischen Mineralien unter europäischem Boden als Blaupause – zumindest im rohstoffreichen Skandinavien. In Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens, kehrt der Kupferbergbau mit der für 2028 geplanten Wiedereröffnung der Kupfermine Viscaria zurück.

Viscaria und Nussir: Kupferminen mit Historie gehen in Betrieb

Die Mine Viscaria wurde von 1983 bis 1997 betrieben, zunächst vom staatlichen schwedischen Eisenerzbergbauunternehmen LKAB und später von Outokumpu. Der aktuelle Betreiber, Gruvaktiebolaget Viscaria (ISIN: SE0021148160, WKN: A3E4UV), will das erste Konzentrat 2028 produzieren und rechnet mit 26.000-30.000 Tonnen Kupfer pro Jahr. Viscaria-Geschäftsführer Jörgen Olsson zufolge handelt es sich um die am schnellsten wachsende Kupferlagerstätte Europas. Die laufenden Explorationsarbeiten haben zusätzliche Ressourcen unter dem Gelände aufgedeckt. Die vorherigen Minenbetreiber haben kaum etwas abgebaut. Im Grunde haben sie nur 2 % der Reserven gefördert, wir haben noch 98 % übrig. Als Outokumpu die Mine 1997 schloss, schätzte das Unternehmen die gesamten Mineralressourcen auf 3 Millionen Tonnen Kupfer. Heute können wir 108 Millionen Tonnen bestätigen, sagte Olsson im Februar in einem Interview.

Blue Moon Metals (ISIN: CA09570Q5095, WKN: A413T9) plant Ende 2027 die Aufnahme der Produktion in der Mine Nussir in der Gemeinde Hammerfest in Norwegen. Es handelt sich um eine ehemalige Kupfer-Silber-Gold-Mine in Finnmark, Norwegen. In den 1970er Jahren wurde durch das Unternehmen Nussir ASA in der Nähe des Projekts in vier Scherzonen-Tagebauen nach hochgradigen Kupfermineralisierungen gesucht. Die letzten behördlichen Genehmigungen wurden im zweiten Quartal 2026 erteilt. Anfang Juni überschritt der Untertagebau in Nussir die 2.000-Meter-Marke (über 1.000 Meter seit Januar 2026). Die geschätzten gesamten gemessenen und angezeigten Ressourcen belaufen sich der Machbarkeitsstudie 2026 zufolge auf 28,72 Mio. t bei einem CuEq-Gehalt von 1,20 %. Über die 13-jährige Minenlebensdauer hinweg sollen jährlich 19 kt Kupferäquivalent produziert werden – zu AISC von 2,05 USD/lb.

Das 414 km2 große Hennes Bay Projekt von Arctic Minerals reicht in die Kommunen Åmål und Mellerud, die beide direkt am Vänern liegen, dem mit 5.650 km2 größten See der EU. Bis 1984 bohrte die staatliche SGAB am Prospekt Dingelvik 62 Löcher über gut 8.800 Meter mit Tiefen bis zu 389 Meter. Auf dem gesamten Projekt wurden laut Arctic Minerals historisch 127 Löcher und 13.394 Meter gebohrt. Diese Bohrungen betreffen neben Dingelvik auch Projektgebiete, die deutlich dünner getestet sind. Dazu zählen Henneviken (14 Löcher / 711 Meter), Asslebyn (14 Löcher/ 989 Meter), Baldersnäs (6 Löcher/ 293 Meter), Åsnebo (9 Löcher / 388 Meter) und Härserud (14 Löcher/ 1.549 Meter). Am Rand des Projekts befindet sich mit Stora Strand zudem eine historische Kupfer-Silber-Grube.

Hennes Bay: Ressourcenaktualisierung und zweites Bohrprogramm

Die aktuelle MRE für Dingelvik basiert auf den historischen Bohrungen von SGAB aus den 1980er Jahren, die 2025 durch Arctic Minerals neu geloggt und teilweise neu analysiert worden waren. Im selben Jahr wurde eine MMT-Messung abgeschlossen. Diese identifizierte durch geophysikalische Anomalien ein kombiniertes neues Zielgebiet zehnmal so groß wie Dingelvik. Arctic Minerals hat mittlerweile mit der Aktualisierung der MRE begonnen. Parallel läuft bereits das zweite eigene Bohrprogramm mit 20 geplanten Löchern über 8.000 Meter auf den großskalierten MMT-Zielen. Für die nächste Zeit sind also hochrelevante Nachrichtenflüsse zu erwarten. Im Mittelpunkt steht nun, in welchem Umfang die neuen Bohrungen und die historischen Daten der bislang nicht berücksichtigten Explorationsgebiete die Ressourcenbasis erweitern können. Eine größere Ressource ist bislang noch nicht ausgewiesen. Sollten sich Hinweise darauf verfestigen, dass in den 1980er Jahren nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs entdeckt wurde, könnte der Aktienkurs rasch wieder in Richtung Allzeithochs starten.

Weitere Informationen zu Arctic Minerals finden Sie im Unternehmensprofil auf Miningscout.de:

www.miningscout.de/minenaktien/arctic-minerals-ab/

Arctic Minerals AB
Stockholm: ARCT
Frankfurt: 9QY0
ISIN: SE0024172779
WKN: A411LJ
Webseite: www.arcticminerals.se

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